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17. Juni 2011, Bautzen

Auf Einladung des Polizeichors Berlin nahmen Sänger des Männerchors "Harmonie" Erkner 1884 in Bautzen an einer Gedenkandacht teil.

Auf dem "Karnickelberg", unmittelbar neben der heutigen Justizvollzugsanstalt Bautzen, sind viele der Toten, die im Speziallager in den Jahren seit 1945 verstarben, verscharrt worden. Deshalb wurde in unmittelbarer Nähe zum Gräberfeld eine Gedenkkapelle errichtet, in der die Sänger mit würdigem Gesang die Feier untermalten. Einen tiefen Eindruck hinterließ das Sanctus aus der Deutschen Messe von Franz Schubert. Es wurde auch häufig von den zu Unrecht gefangen gehaltenen Insassen in ihrer Haftzeit gesungen und brachte ihnen Trost in ihrer Not.

1. Juli 2011, Filmmusik

Der Polizeichor Berlin erhielt eine Anfrage von der "Desert Flower Filmproduktion", ob sich 30 sangesfreudige Männer fänden, die in einer Szene des Films "Anleitung zum Unglücklichsein" mitwirken würden. In der Szene geht es darum, dass die Sänger als Polizisten am Grabe eines Kollegen zu dessen Beerdigung singen. Der Polizeichor Berlin erklärte sich bereit und gab unseren Sängern vom Männerchor "Harmonie" Erkner 1884 e. V. die Möglichkeit hieran teilzunehmen.

Der Film nach dem gleichnamigen Bestseller von Paul Watzlawick, eine zauberhafte und herausragend besetzten Liebeskomödie von Sherry Hormann, wird von Peter Herrmann produziert. Er wird voraussichtlich am 8. März 2012 uraufgeführt.

So fuhren 30 Sänger mit unserem gemeinsamen Dirigenten Steffen Schreiner am 1. Juli bereits um 6 Uhr nach Babelsberg, um dort in Uniformen der Berliner Polizei zu schlüpfen. Zunächst wurden die Tonaufnahmen und danach die Bildaufnahmen gemacht. In den Pausen suchten wir uns Schattenplätze, denn bei strahlendem Sonnenschein waren uns die Uniformen doch etwas lästig.

Insgesamt war es ein lehrreicher Tag für uns. Wir konnten uns vorher nicht vorstellen, welche Mühe es macht, eine Friedhofszene aufzunehmen. Es wurden bis zu acht Aufnahmen gemacht, bis die Szene endlich im Kasten war. Aber Spaß hatten wir auch noch dabei. Erst gegen 17 Uhr waren wir wieder zu Hause.

8. März 2012 - Seniorenpark

Gern waren wir bereit dem Wunsch der Leitung des Seniorenwohnparks Erkner zu entsprechen und zum internationalen Frauentag mit einigen Liedern zu gratulieren.

Wir begannen mit der Europa-Hymne "Freude schöner Götterfunken" von Friedrich von Schiller nach der Vertonung von Ludwig van Beethoven. Aber Schwerpunkt unseres Auftritts waren natürlich Lieder, die fröhlich stimmten und die von den Seniorinnen gern mitgesungen wurden. Wir freuten uns nach einer guten Stunde, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer uns mit einem herzlichen Applaus belohnten.

4. Dezember 2015 - Wohnungsgenossenschaft Erkner

Auf Einladung von Karin Dierks bei unserem Sponsor, der Wohnungsgenossenschaft Erkner einmal zum Glühwein einige Weihnachtslider vorzutragen, sind 17 Sänger auf dem Grundstück vor der Geschäftsstelle erschienen. Viele Anwohner lauschten unserem Gesang. Als Dankeschön haben wir gern den gereichten Glühwein genossen.

17. Dezember 2015 - Benefizsingen im Gertraudenkrankenhaus

Bis zum Jahr 2000 hatten wir in der Weihnachtszeit immer zur Freude der Patienten im Rüdersdorfer Krankenhaus gesungen. Dies wurde dann aber vom Krankenhaus eingestellt.

Nun haben wir die Möglichkeit zusammen mit dem Polizeichor wieder Patienten einen Weihnachtsgruß ins Krankenhaus zu bringen. Gern haben wir die Gelegenheit wahrgenommen. Zusammen mit den Polizisten standen 25 sangesfreudige Männer in den verschiedenen Abteilungen des Gertraudenkrankenhauses.

Zum Abschluss saßen wir noch ein wenig zusammen. Mit den besten Grüßen für das bevorstehende Weihnachtsfest verabschiedeten wir uns von den anderen Sängern. Im nächsten Jahr werden wir gerne wieder dabei sein.

17. Juni 2016, Fahrt nach Bautzen

Ab nach Bautzen,
lautete ein geflügeltes Wort in der DDR. Hier in Bautzen war das „Gelbe Elend“, das gefürchtete Gefängnis für politische Gegner. Nach dem Ende der DDR gründeten ehemalige politische Häftlinge das Bautzen-Komitee, das unter anderem die Aufgabe hat, die Erinnerung an die über 3.300 Menschen zu bewahren, die dort von 1945 bis 1956 unter den unmenschlichen Haftbedingungen gestorben sind. Sie sind verhungert, erfroren oder an unbehandelten Krankheiten gestorben und wurden nackt in Massengräbern auf einem Hügel hinter der JVA verscharrt, über dem später eine Mülldeponie entstand. Nach dem Ende der DDR wurde vom Freistaat Sachsen im Jahr 2000 auf dem Gräberfeld eine Gedenkkapelle errichtet.

Ebenfalls in Bautzen richtete das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) 1956 im ehemaligen Gerichtsgefängnis der Stadt eine Sonderhaftanstalt ein. Bautzen II wurde zu einem Hochsicherheitstrakt mit ca. 200 Haftplätzen für Sondergefangene wie Bundesbürger, Ausländer, Spione oder Häftlinge mit prominentem Sonderstatus.
Während Bautzen I noch heute eine Haftanstalt ist, entstand in Bautzen II eine Gedenkstätte, die jährlich von vielen Tausend Menschen besucht wird. Hierhin lud das Bautzen-Komitee für den 17. Juni den Polizeichor Berlin, der vom Männerchor „Harmonie“ Erkner 1884 unterstützt wird, ein. Der Chor sollte die musikalische Begleitung zum ökumenischen Gottesdienst auf dem Gräberfeld gestalten und am Abend mit einem Konzert an die Opfer des Volksaufstands von 1953 gedenken, von denen viele nach der blutigen Niederschlagung in Bautzen inhaftiert waren. Das Anliegen des Bautzen-Komitees war, das der Polizeichor eines demokratischen Staates an die Opfer einer Diktatur erinnert.

So reisten wir am Vormittag des 17. Juni an und unternahmen zunächst unter Leitung von zwei sachkundigen Führern eine Stadtführung, leider bei heftigem Regen. Dabei war unser erster Ort der Dom St. Petri, eine der größten und ersten Simultankirchen Deutschlands. Nach langen Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Katholiken schlossen der Bautzener Rat und das Domstift 1543 einen Vertrag, der die Nutzung der Kirche durch beide Konfessionen regelte. Dazu wurde der Chor für den katholischen, das Langhaus für den evangelischen Gottesdienst bestimmt.

Die Grenze verlief am Lettnergitter, ein Eisengitter, das zeitweise eine Höhe von 4,5 m hatte. Hier sangen wir auch spontan die ersten Lieder und stimmten uns auf den Abend ein.

Um 15:30 Uhr ging es dann auf das Gräberfeld, wo um 16 Uhr der ökumenische Gottesdienst mit der anschließenden Kranzniederlegung stattfand und von da aus gleich weiter in die Gedenkstätte. Hier fing um 18 Uhr das Konzert mit den Grußworten der Leiterin Frau Silke Klewin an.

Nach ihr sprachen der Vorsitzende des Bautzen-Komitees Alexander Latotzky und der OB der Stadt Alexander Ahrens. Unsere Lieder waren mit Bedacht für das Thema der Veranstaltung ausgesucht und wir begannen mit „Die Gedanken sind frei“ und „Freiheit, die ich meine“. Ihnen folgten ähnliche Lieder, bis der erste Block mit dem Gefangenenchor aus Nabucco mit deutschem Text endete. Im zweiten Block sangen wir geistliche Lieder, so wie sie auch der damalige Häftlingschor schon gesungen hatte.

Zwischen den Liedern las der bekannte Schauspieler und damalige Häftling Jochen Stern Zeitzeugenberichte vom 17. Juni 1953 vor. Jochen Stern war 1947 für sein Eintreten für die Liberaldemokratische Partei zu 25 Jahren Haft verurteilt worden und hat viele Jahre in Bautzen verbracht. Für ihn war es eine besondere Freude, gehörte er doch damals zu den Mitgliedern des später verbotenen Häftlingschors.

Wegen der ungewöhnlichen Akustik im Zellenhaus verlangte das Konzert dem Chor viel ab, war aber ein so großer Erfolg, das die Leiterin Frau Klewin spontan den Vorschlag äußerte, es vor einem noch größeren Publikum zu wiederholen. Wir werden über diesen Vorschlag gerne nachdenken.

Am nächsten Tag ging es nach Görlitz, wo wir zunächst von Herrn Ursu empfangen wurden, der Mitglied des Landtages und Stadtverordneter ist.

Die anschließende Stadtführung führte uns in die Pfarrkirche St. Peter und Paul, eine 1497 erbaute fünfschiffige spätgotische Hallenkirche von imposanter Größe. Auch hier sangen wir einige Lieder, bevor sich alle Sänger und ihre Partnerinnen die Stadt ansahen und dabei teilweise auch einen Abstecher über die Grenzbrücke nach Polen machten.

Für den Sonntag war ursprünglich die musikalische Begleitung des Gottesdienstes im Bautzener Dom geplant, die jedoch abgesagt werden musste, da unser Chorleiter nach Frankfurt (Oder) musste. So besuchten wir noch einmal die Gedenkstätte, wo wir von zwei sehr kompetenten Herren einen beeindruckenden Einblick über den Umgang mit politischen Gegner in der DDR erhielten. Auf dem Rückweg nach Berlin machten wir dann noch einen Abstecher in das Klosterstift St. Marienthal, ein 1234 gegründetes Kloster im Orden der Zisterzienser. Natürlich ließen wir es uns auch hier nicht nehmen, in der Klosterkirche zu singen und uns für den Heimweg in der Klosterschenke kräftig zu stärken.

Für alle Teilnehmer war es eine sehr schöne Chorreise mit vielen neuen Erkenntnissen und herrlichen Eindrücken. Unser Dank gilt dem Bautzen-Komitee und der Gedenkstätte Bautzen für die Einladung und dem Freistaat Sachsen für die großzügige finanzielle Unterstützung des Konzerts.

Alexander Latotzky
1. Geschäftsführer
Polizeichor Berlin

 

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Stand: Freitag, 19 August 2016 13:30